Die Schönbuchbahn ergreift Maßnahmen für leiseren Betrieb
Riffel an Schienen werden beseitigt
Nach Beschwerden über die Lärmimmissionen durch die Schönbuchbahn hat der Zweckverband mit der Württembergischen Eisenbahngesellschaft (WEG) das Gleis und besonders die Schienen nach möglichen Ursachen für die auffälligen Emissionen überprüft.
Es wurden zwei mögliche Ursachen für die erhöhte Lärmemission festgestellt: In einigen Streckenabschnitten liegt schon nach kurzer Nutzungszeit eine sogenannte Riffelbildung vor. Riffel sind kleine regelmäßige Wellen bzw. Verformungen auf der Lauffläche der Schiene. Sie entstehen durch das dynamische Zusammenspiel von Rad und Schiene unter hohen Belastungen, die beim Befahren der Gleise auftreten. Eine weitere Ursache sind Schienenverschweißungen, die kleine Unebenheiten in der Fahrfläche der Schiene aufweisen.
Mit zunehmender Ausprägung verursachen diese Schienenmängel mehr Geräusche und Vibrationen, als dies bei mängelfreiem Gleis der Fall ist. Solche Schienenmängel sind grundsätzlich normale Entwicklungen, die ein Gleis oder die Schienen nach längerer Liegedauer aufweisen können. Diese Gleis- bzw. Schienenzustände werden im Rahmen der planmäßigen Instandhaltung des Oberbaus durch Inspektionen festgestellt und durch das regelmäßige Schleifen der Schienen beseitigt. Die aktuelle Situation bei der Schönbuchbahn stellt nur insoweit eine besondere Situation dar, als die Mängel an den Schienen schon nach kurzer Einsatzzeit der neuen Triebzüge auffällige Ausprägungen annahmen. Für die laufende Instandhaltung des Gleises bedeutet dies, dass das Auftreten von Riffeln und die Schienenverschweißungen zukünftig besonders aufmerksam und regelmäßig überprüft werden müssen.
Die Beschwerden aus Böblingen und Holzgerlingen decken sich mit den Abschnitten, wo eine Riffelbildung eher pfeifende oder quietschende Geräusche verursacht. In Weil im Schönbuch hingegen stellen eher die Mängel an den Schweißstellen das Problem dar, die schlagende oder klopfende Geräusche verursachen können.
Da in den kommenden Herbstferien sowieso Instandhaltungsarbeiten geplant waren, haben der Zweckverband und die WEG zusätzliche Arbeiten zur Behebung der Schienenfehler beauftragt. Das heißt, es werden mehrere Schweißtrupps unterwegs sein, um mangelhafte Schienenstöße neu zu verschweißen. Teilweise werden sogar ganze Schienenstücke ausgetauscht.
Weiterhin ist in Planung im November einen Schleifwagen eine Woche lang die gesamte Strecke abfahren zu lassen, um die Schienenoberfläche zu bearbeiten und damit die Riffelbildung zu beseitigen.
Mit diesen Maßnahmen soll die Schallimmission merklich reduziert werden.